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Rufnummernübermittlung...

Wenn du ein Telefon hast, das in den letzten 10 Jahren gebaut wurde (das sind die ohne Wählscheibe), ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es in der Lage ist, die Nummer von Anrufenden anzuzeigen. Das ist eine sehr nützliche Sache: Man kann zum einen besser entschieden, ob man den Anruf annehmen möchte, zum anderen zurückrufen, wenn man einen Anruf verpasst hat.

Auf der anderen Seite ist es so, dass es immer mehr in Mode kommt, einen Anruf zu ignorieren oder vom Anrufbeantworter (was für ein blödes Wort! -  Aber ich schweife ab) entgegennehmen zu lassen.

Leider senden viele Telefonnutzer die Nummer nicht mit. Dafür kann es mehrere Gründe - aber auch Lösungen - geben:
  • Technische Unbedarftheit/fehlende Funktionalität: Ob die Nummer mitgesendet werden kann, hängt letztendlich von der Infrastruktur der Telefonanbieters ab. Einige, besonders ältere, Telefonanschlüsse bieten nicht standardmäßig die Rufnummernübermittlung an. Dies kann man aber meist einfach vom Anbieter ändern lassen. Kosten dafür halten sich, wenn Sie anfallen, im überschaubaren Rahmen.
  • Gedankenlosigkeit/Desinteresse: Oft höre ich bei meinen Nachfragen, warum die Nummer nicht anzeigt werde Aussagen wie "Ach, wird sie das nicht?" oder "Weiß nicht, die wurde noch nie übertragen": Dabei ist es bei den meisten Telefonen, ob Handy oder Festnetz, nur eine Sache von wenigen Sekunden (wenn man weiß, wie) bis wenigen Minuten (wenn man die Anleitung vorher liest)  dies zu Aktivieren. So dumm es klingt: Wenn man rausfinden möchte, ob man die Nummer überträgt, kann man sich ja einfach mal selbst anrufen, notfalls auch jemand anders... ;-)
  • Wunsch nach Anonymität: Der einzige Punkt, der einer wirklichen Diskussion bedarf. Daher widme ich ihm einen eigenen Punkt.

...und die Anonymität

Als häufigstes Argument, von Telefonnutzern, die eigentlich problemlos ihre Nummern übertragen könnten, höre ich, dass der Wunsch nach Anonymität der Grund sei. "Muss ja nicht jeder meine Nummer sehen, den ich anrufe". Vorab sei folgendes gesagt: Natürlich gibt es Gründe, warum man seine Nummer nicht preisgeben wollen kann. Allerdings halte ich das eher für die Ausnahme denn die Regel.

Bei einem Brief schreibt man einen Absender drauf, damit der Empfänger sieht, von wem er kommt und diesen somit nach Bedarf schneller (Freunde) oder langsamer (Rechnungen) zur Kenntnis nehmen kann.

Beim Einkaufen stülpt man sich keine Tüte über den Kopf um unerkannt zu bleiben, auch wenn der Gemischtwarenhändler nicht wissen muss, wie man aussieht, um sein Produkte kaufen zu können.

Ich kann mir mehrere Gruppen von Personen vorstellen, die man anrufen kann:
  • Freunde und Bekannte: Diese haben die eigene Nummer meist schon oder sollen Sie wissen. Mehr noch: Wenn man hier Nummern übermittelt, ist es sogar wahrscheinlicher, jemanden zu erreichen oder zurückgerufen zu werden. Selbst wenn der Angerufene nur merkt "XY wollte mich dann und dann erreichen" kann das schon eine wertvolle Information sein.
  • Vertrauenswürdige Dritte: Firmen, bei denen ich Waren bestelle, die mein Notebook reparieren oder mir Strom und Wasser liefern.  Wenn diese meine Nummer in den Stammdaten haben, kann es sogar sein, dass direkt durch den Anruf meine Daten auf dem Schrim des Bearbeitenden stehen oder ich zurückgerufen werde, wenn gerade keiner zu erreichen ist. Auch hier: Rufnummernübermittlung ist eine gute Sache.
  • VertrauensUNwürdige Dritte: Natürlich gibt es Menschen, vor denen man seine Kontaktdaten (und dazu gehört dann meist nicht nur die Telefonnummer) geheimhalten möchte. Böse Menschen gehören dazu (Räuber, Diebe, Menschenhändler, Drogenkuriere...), aber auch Schelme, die nur darauf warten, dass sie meine Nummer erfahren um mich Tag und Nacht mit Anrufen zu tyrannisieren. Bei dieser Gruppe ergibt eine Rufnummernunterdrückung in der Tat Sinn! Die Frage ist nur: Warum sollte ich Personen, von denen ich so denke überhaupt anrufen? Und wenn es doch mal nötig sein sollte das zu tun, wie oft passiert das?
    Man könnte auf die Idee kommen, dass eine generelle Unterdrückung sein muss, um überhaupt Anrufe der letzten Kategorie führen zu können. Das ist nicht so, womit wir zu folgendem kommen:

Technische Hinweise/Tipps zum Umgang

  • Grundsätzlich hat man, mit geeigneten Geräten, die Möglichkeit, pro Anruf zu bestimmen, ob man seine Rufnummer übermitteln möchte oder nicht. Der Normalfall sollte somit (wenn ich obigen Gedanken zugrunde lege) die Übermittlung aktiv sein, im Bedarfsfall inaktiv. Dies läßt sich z.B. durch Vorwählen bestimmter Codes vor der Nummer erreichen ( #31# vor der Nummer wählen).
  • Fälschbarkeit: Grundsätzlich hat man auf Telefonanbieterseite die Möglichkeit, beliebige Nummern zu übermitteln. Somit sollte man bei allem was man tut beachten, dass eine angezeigte Rufnummer keine hundertprozentige Sicherheit bietet, dass der Anrufer tatsächlich der Nutzer des angezeigten Anschlusses ist.

Links

Rufnummernunterdrückung/CLIP bei Wikipedia - Eine technische Definition des Themas.